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Der Weg von der ersten Bewerbung zum Stipendium


Das ich mal in der 11. Klasse ins Ausland geh, war irgendwie schon lange klar. Damals dachten wir alle aber noch an Frankreich, weil meine Mutter ja Französischlehrerin ist. Dann im Sommer 2004, als wir im Sommerurlaub in Amerika waren (New York – Boston – Niagara Fälle - Chicago – Sankt Louis – Washington ) fragten mich meine Eltern, ob ich nicht vielleicht lieber ein Jahr in die USA will. Ganz überrascht von dem Vorschlag, da ich davor noch nie auf die Idee gekommen war, dass das möglich wäre, stimmte ich sehr schnell zu.
Dann wieder zu Hause ging es los. Von einem Verwandten, der Jahre zuvor drüben war, erfuhren wir vom Parlamentarischen Patenschafts-Programm. Dieses Stipendium wird jedes Jahr an einen Schüler oder eine Schülerin pro Wahlkreis verteilt. Dabei macht eine bestimmte Organisation (in meinem Fall Experiment e.V.) die Vorauswahl und der jeweilige Abgeordnete sucht unter den letzten 3 den/die Glücke/n aus. Doch schon bald die schlechte Nachricht: Für dieses Stipendium hätte man sich Anfang August spätestens bewerben müssen, ein Zeitpunkt, zu dem ich noch nicht mal den Plan hatte, an einem Highschoolyear teilzunehmen. Wir erkundigten uns weiter, was für Organisationen Stipendien verteilten, allerdings gab es nirgends große Erfolgsaussichten.
Außerdem wollte ich ja ursprünglich in der 11. Klasse gehen, was aber den Verlust des großen Latinums bedeuten würde, selbst wenn ich nur ein halbes Jahr gehen würde. Das war vor allem für meine Eltern ein Hinderungsgrund (ich selbst fand es vor allem blöd, 5 Jahre Lateinunterricht zu nehmen, und dann doch nix davon zu haben – eine Prüfung fürs große Latinum wollte ich nicht machen).
Mit Näherrücken des 11. Schuljahrs war ich dann aber doch froh, erst mal noch nicht die große Reise antreten zu können. Statt dessen wollte ich erst in der 12. Klasse gehen, mit der Hoffnung, dann das PPP-Stipendium zu bekommen. Dass ich dafür die 12. Klasse in Deutschland dann wiederholen muss (wegen Abi) erschien mir nicht so schlimm (auch heute noch).
Allerdings versprachen mir meine Eltern, auch im Fall, dass ich kein Stipendium bekomme (was ja sehr wahrscheinlich war), den Aufenthalt zu bezahlen. Also warteten wir, bis wir dann Anfang 2005 die Bewerbungsunterlagen für das PPP anfordern konnten. Im Mai war es dann endlich soweit. Post aus Bonn (Sitz von Experiment e.V.) ! Als Bewerbung sollte ich neben einigen Angaben zu mir und einem Lehrergutachten des Klassenlehrers eine mehrseitige Selbstbeschreibung zurückschicken, in der Motive und Beweggründe zu meinem Vorhaben und meine Interessen, Zukunftspläne, Freizeitbeschäftigungen und mein Leben in der Familie beschrieben werden sollte.
Nachdem diese erste Aufgabe vollbracht war, und ich die Daten Ende Mai zurückgeschickt hatte, hieß es erst mal warten. Und noch mal warten. Dann endlich kam am 17. Oktober 2005 Antwort aus Bonn, mit der Einladung zu einem Auswahlgespräch in Albstadt-Ebingen. Dafür sollte ich 2 Gegenstände mitbringen, mit denen ich erstens mein Heimatland/Heimatstadt oder mein Bundesland und zweitens mich selbst beschreiben könnte. Dieses Treffen war für Samstag den 5.November angesetzt. Die Zeit bis dahin verging wie im Flug, mit Suchen und Auswählen der Gegenstände, und zusätzlich etwas Lernen, über Deutsche und Amerikanische Geschichte und Politik, da bei diesem Auswahlgespräch auch eine Art Test ausgefüllt werden sollte (der allerdings wohl kaum bis gar nicht zählte – die Ergebnisse haben wir auch nicht bekommen).
Das Treffen verlief ganz cool, die andern 8 Mitbewerber waren alle nett und wir haben uns prima verstanden. Am Anfang war ein kleines Kennenlernspiel, danach sollte immer einer zu den 3 „Auswählern“ kommen. Da sonst niemand wollte, bin ich als erstes dort in das Nebenzimmer gegangen, schon um es schnell hinter mir zu haben. Dort sollte ich erst meine beiden Gegenstände vorstellen (ein Seestern und eine Lupe), danach erst ein paar Fragen auf Deutsch und dann 2-3 auf Englisch, wo ich unter anderem erklären sollte, warum ich in die USA wollte, und was ich einer amerikanischen Familie bringen könnte.
Während immer einer weg war, haben wir andern dann Tabu gespielt, so war das ganze ziemlich locker.
Anschließend sollten wir, in 3er Gruppen, einen Tagesablauf erstellen, wenn ein ausländischer Präsident zu Besuch käme. Und dann war das Treffen auch schon fast zu Ende, nach einer kleinen Fragerunde bekamen wir noch eine Liste der Teilnehmer mit Email-Adressen, und durften gehen. Mit einigen der anderen Teilnehmer chatte ich auch heute immer wieder mal.
Ziemlich bald danach kam dann von immer mehr Mitbewerbern die Nachricht, sie hätten die Absage bekommen. Da wurde dann so langsam immer klarer, dass ich sehr wahrscheinlich unter die letzten drei gekommen wäre. Sicher habe ich das allerdings erst ein paar Tage später über den Anrufbeantworter erfahren. Gleichzeitig wurde ich gefragt, ob ich im Falle einer Absage trotzdem am Programm teilnehmen würde, was ich diesmal bejahte, um nicht noch mal an Auswahlgesprächen etc teilzunehmen, und auch, weil ich von Experiment inzwischen einiges Gutes erfahren hatte, bzw. selbst erlebt hatte.
Danach hieß es dann wieder warten. Langsam bekam ich Angst, dass der Abgeordnete es womöglich vergessen hätte, bis ich dann Mitte Februar (wieder über den Anrufbeantworter) erfuhr, dass der MdB ein Einzelgespräch mit uns 3 Bewerbern plane, das am 17.Februar stattfinden sollte. In diesem 15minütigen Gespräch wollte Herr Bareiß hauptsächlich etwas über meine Hobbys, Interessen, Beweggründe und politisches Interesse erfahren. Danach hatte ich eigentlich ein ganz gutes Gefühl, zumindest war ich mir sicher, dass ich meine Chancen nicht verringert hatte. Allerdings hatte ich hier auch etwas Glück. Normal lese ich jeden Morgen Zeitung (jedenfalls das Wichtige), allerdings an diesem und den letzen 1-2 Tagen nicht, weil ich morgens keine Zeit hatte oder so. Und als mich Herr Bareiß dann fragte, antwortete ich ihm, dass ich regelmäßig Zeitung lesen würde, hatte aber nicht damit gerechnet, dass er gleich noch fragt, WAS denn in letzter Zeit so dringestanden wäre. Und hier hatte ich ziemlich Glück. Was 3 Tage vorher drinstand, hätte ich nie erzählen können, zumal nicht in der Aufregung. Allerdings war ich, da ich nicht sicher wusste, wo ich hinmuss, 5-10 Minuten zu früh dort, während sich Herr Bareiß 10 Minuten verspätete. Da ich nicht wusste, was ich machen sollte, las ich in einer Zeitung, die zufällig in der Eingangshalle rumlag. Zu meinem Glück, wie ich 15 Minuten später merken sollte, als ich ihm dann wenigstens etwas erzählen konnte (viel war in der Aufregung nicht hängen geblieben).
Diesmal ausnahmsweise musste ich nicht lange warten. Schon 6 Tage später am Donnerstag den 16.02.2006 kam dann per Post die ersehnte Nachricht: „Herzlichen Glückwunsch! Im Rahmen des PPP bist du von MdB Thomas Bareiß für das Stipendium nominiert worden.“ Naja, beinahe hätte ich diesen Brief übersehen. Obwohl ich schon seit Tagen jeden Mittag in den Briefkasten geschaut hatte, hatte ich diesmal als ich ausnahmsweise über Mittag heimkam (normal bleib ich bei Mittagschule in der Schule, aber diesmal wollte ich heim, um was zu trinken zu holen), vergessen nachzuschauen. Und kurz bevor ich eigentlich wieder los wollte, wurde ich dann von einem der beiden anderen Mitbewerber im ICQ angeschrieben. Er fragte nur „hast du auch Post bekommen“. Ohne abzuwarten, ob er eine Zu- oder Absage bekommen hätte (allerdings war ich sicher, dass es eine Absage war, da er sonst anders geschrieben hätte), rannte ich hoch zum Briefkasten... und tatsächlich war dort ein dicker Din A4 Umschlag. Ziemlich aufgeregt hab ich ihn aufgemacht... und juhu, ZUSAGE!! Ich hab dann noch ne halbe Stunde später gezittert, bin viel zu spät inne Mittagschule gekommen (was den Sportlehrer aber gar nicht interessiert hat ), weil ich erst mal noch mit dem andern chattten musste, und mit einer weiteren Bewerberin, die allerdings schon in der 1. Runde rausgeflogen war, und mich zufällig grad da angeschrieben hatte, als ich den Brief geöffnet hatte, und wissen wollte, ob ich eigentlich schon was Neues erfahren hätte...
Außerdem kiloweise Unterlagen, die von meinen Eltern, meinem Englischlehrer, meinem Hausarzt und mir ausgefüllt werden mussten, mit Fragen zu meiner Familie, Gesundheit, Englischkenntnissen und noch viel mehr. Außerdem sollten meine Eltern und ich je einen Brief an die (noch unbekannte) zukünftige Gastfamilie schreiben – auf englisch. Als das dann endlich auf den letzten Drücker (3 Tage vor Abgabetermin) alles im Briefkasten war, musste ich mal wieder warten.
Bis zum 24.3. Diesmal wurde ich zu einem 1wöchigen Vorbereitungsseminar nach Bad Bevensen (nördlich von Hannover) eingeladen. Dorthin muss ich eine Collage über Amerika mitbringen, mit der ich meine Ängste, meine Träume und mein Wissen über Amerika erklären kann. In diesem Seminar vom 29.4-6.5 (Schulzeit!) soll es unter anderem auch um den Umgang mit der deutschen Geschichte gehen. Auch ein KZ-Gedenkstätte werden wir besichtigen.
Auch für die Eltern gibt es ein solches Seminar, allerdings nicht verpflichtend...



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